Immer wieder werde ich gefragt, ob man einen Podcast starten sollte und was man dafür alles braucht. Ja, wenn du Zeit und Lust hast einen Podcast zu machen, dann solltest du auf jeden Fall jetzt damit anfangen. Kein Medium hat mein Leben so geprägt wie Podcasts. Es gibt eigentlich keinen Grund, es nicht auszuprobieren.

Versuche einfach 10 Folgen zu releasen, im besten Fall wöchentlich, um ein Gefühl zu bekommen, ob es dir Spaß macht.

Was braucht man, um einen Podcast zu starten?

Eigentlich nichts. Es gibt Podcasts, die einfach mit der Sprachmemo-App von ihrem Telefon aufnehmen, damit jemand interviewen, und die Aufnahme ungeschnitten veröffentlichen. Die Soundqualität ist erstaunlich gut.

Ich nutze folgende Produkte:

Mikrofon

Ich nutze zwei Mikrofone. An meinem Schreibtisch habe ich das Shure MV 7 Mikrofon mit dem Wave Schwenkarm für Mikrofone von Elgato. Das Mikrofon ist einfach per USB-C-Kabel an einem MacBook verbunden.

Pip hat das Shure MV 7 Mikrofon mit einem XLR Kabel über dem Audiointerface Focusrite Scarlett an seinem Computer verbunden. Kann man machen, ist aber vor allem bei MacBooks nicht notwendig.

Wenn ich unterwegs bin, nutze ich das Shure Motiv MV88+ Video Kit. Das ist super kompakt und passt in jeden Rucksack. Wie oben erwähnt ist die Sprachmemo-App von deinem Telefon auch eine gute Alternative, um eine lokale Aufnahme zu machen. Die funktioniert aber eigentlich nur, wenn man bei remote Aufnahmen den Call mit einem anderen Gerät macht.

Wichtiger als das passende Mikrofon ist der Raum. Deswegen nehmen tatsächlich mache Leute in Kleiderschränken oder selbstgebauten Höhlen aus Matratzen und Decken auf. Hall lässt sich in der Postproduktion nicht entfernen.

Aufnahme

Pip und ich sitzen meistens 300 km voneinander entfernt. Wir haben verschiedenen Remote-Aufnahme-Tools ausprobiert und sind am Ende wieder zu Zoom zurückgekehrt, weil Zoom einfach auch bei schlechtem Internet die beste Video-Call-Verbindung sicherstellt. Heute machen wir den Video-Call per Zoom, nehmen beide lokal auf unserem Rechner die Audiospur auf und machen eine Video und Audio Backup-Aufnahme mit Zoom in der Cloud. Fall du das nachmachen möchtest, geh kurz in die Zoom-Einstellungen und stell sicher, dass du die separaten Files der Teilnehmer aufnimmt. Das macht die Postproduktion einfacher.

Wenn du einen remote Interview-Podcast mit wechselnden Gästen machst, würde ich Riverside.fm empfehlen. Das nutze ich für die Lollipod Podcast Show Vorstellungen auf YouTube. Das Tool nimmt im Browser sowohl Video als Audio in guter Qualität auf. Damit das Gegenüber in gleicher Qualität zu hören ist, kann man überlegen, ob man dem Gast vielleicht ein Mikrofon ausleiht, falls nicht vorhanden.

Falls du den Luxus nicht remote aufnehmen zu müssen und dir ein Podcast Studio leistest, würde ich den Rode Rodecaster Pro II mit zwei bis vier Shure SM 7B Studiomikros nehmen.

Schnittprogramm

Ich habe die ersten 20 Folgen vom Doppelgänger Podcast mit Garageband geschnitten. Unser Produzent JanAusDemOff nutzt Logic. Es gibt auch Podcasts, die komplett ungeschnitten die Folgen veröffentlichen.

Host Plattform

Doppelgänger hosten wir bei dem deutschen Podcast Hosting Anbieter Podigee. Fängt bei 19 € im Monat an. 12 € wenn man für ein Jahr unterschreibt. Ab einer gewissen Anzahl von Streams und Downloads wird es teurer. Alternativen wäre Acast oder Anchor. Acast am Anfang kostenlos. Anchor, welches vor ein paar Jahren von Spotify gekauft wurde, ist kostenlos. Ich finde Podigee für Deutschland den besten, unabhängigsten Anbieter. Podigee wird auch eigentlich von allen großen Deutschen Podcast Shows genutzt. Do it! Und schick mir gerne einen Link zu deinem neuen Podcast via Mail oder LinkedIn.